Ausflüge

von

Susann

Inzwischen haben wir uns auf der Finca gut eingelebt und es gibt auch wieder Strukturen. Zum Beispiel, dass wir wieder ein echtes Wochenende haben: Fünf Tage arbeiten, zwei Tage frei. Und zwischendurch gibt es auch viel zu sehen und es tun sich neue Möglichkeiten auf. 

Seit ich in Andalusien unterwegs bin, fielen mir die kurvenreichen Straßen auf. Ein Mal hier mit dem Motorrad langfahren. Diesen kleinen Wunsch schickte ich damals kurz an das Universum und habe ihn auch schon wieder verdrängt. Mein geliebtes Motorrad musste ich für dieses Leben hergeben, also woher sollte ich ein Motorrad nehmen wenn ich es nicht für teures Geld miete?

Auf der Finca sollte sich da etwas für mich auftun. Edgar, ein Freund der Finca-Eigentümerin und eigentlich wohnhaft in Bayern, hat sein Motorrad für die Zeit hier in Spanien mitgenommen. Ich besuchte ihn in seinem Atelier und mein Blick fiel sofort auf seine BMW. Meine Augen strahlten und schon nach wenigen Tagen fragte ich ihn ob er mich mal mitnimmt. Edgar ist spontan und eh ich mich versah, saß ich hinter ihm auf dem Motorrad und wir machten eine kleine Tour. Entlang der hügeliegen Landschaften in denen die weißen Fincas wie Tupfen auf einem Gemälde aussahen, hin zum El Chorro Gebiet. Zum Caminito del Rey. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich fuhr mit dem Motorrad durch Andalusien. Sogar in einem meiner liebsten Gebiete, die ich hier bereist habe. Ich jubelte innerlich bei jeder Kurve und wir wurden immer mutiger. Zum Schluss haben wir uns in Rage gefahren und jeder Motorradfahrer weiß was ich damit meine…

Der nächste Ausflug ließ nicht lange auf sich warten. Mike, ein Freund der Finca-Gemeinschaft, lud uns zu einem Spaziergang über den Flohmarkt von Benalmádena ein. Einer Kleinstadt am Meer, südwestlich von Torremolinos.

Leider hat der Lockdown Spanien auch weiterhin stark im Griff und wir ahnten es schon, der Flohmarkt fand nicht statt. Aber die Restaurants hatten auf und wir spazierten durch die kleinen Gassen von Benalmádena zu einem kleinen Platz, umrahmt von ein paar kleinen Restaurants. Hier aßen wir Tapas zum Mittagessen und Mike lud uns zu sich nach Hause auf einen Drink ein.

Das Wetter war herrlich und Mike wohnte im 7. Stock eines Mehrfamilienhauses mit einem sehr großen Balkon und einer Dachterrasse. Beides mit Blick über die Stadt und auf das Meer. Die spanische Sonne schien uns ins Gesicht und wir ließen es uns gut gehen. Erst als die Sonne hinter den Hügeln versank, machten wir uns alle auf den Heimweg. Ein wirklich wunderschöner Tag mit tollen Menschen geht zu Ende.
























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